Remote-Workshop: Mit Kreativität und Technologie Distanzen überbrücken

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Sitzungen und Besprechungen remote abzuhalten gehört heute bereits für viele zum Alltag. Anders sieht es bei interaktiveren Veranstaltungsformen aus. Cem Kulac erzählt von seinen Erfahrungen als Teilnehmer eines remote durchgeführten Workshops.

«Das Format erfordert ein Umdenken des Moderators sowie der Teilnehmerinnen und Teilnehmer», erzählt Cem Kulac – wie könnte es anders ein – im Videogespräch. Vor kurzem absolvierte er zusammen mit acht weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen zweitägigen Workshop bei Peter Zurkirchen, der komplett remote stattfand. Das ursprünglich analog geplante Training musste aufgrund des Covid-19-Virus innert kürzester Zeit komplett neugestaltet werden. Die remote Durchführung des Workshops war für Cem der ausschlaggebende Grund, sich kurzfristig anzumelden. Bereits hier zeigt sich ein erster Vorteil solcher Remote-Veranstaltungen, wie er schmunzelnd sagt: «Die Anreisezeit für den Workshop minimierte sich massiv!»

Mit wenig Equipment viel erreichen

Der Tagesablauf der zweitägigen Veranstaltung unterschied sich kaum von jenem eines konventionellen Workshops. Am Morgen vor dem Start der Veranstaltung konnte, natürlich freiwillig, vor der Kamera ein erster gemeinsamer Kaffee mit Moderator Peter Zurkirchen getrunken werden. Auf dem Tagesplan standen nach einem gegenseitigen Kennenlernen neben einzelnen Theorieblöcken praxisorientierte Gruppenarbeiten, deren Ergebnisse den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern präsentiert wurden. Möglich wird dies mit bloss zwei Online-Tools, Zoom und Miro. Auch an Ausstattung ist nicht viel nötig: «Neben einem PC oder Laptop – wenn möglich mit grossem Bildschirm – ist ein Headset mit gutem Mikrofon hilfreich», sagt Cem. Das Mikrofon ermögliche einerseits eine hohe Tonqualität, andererseits erlaube es eine gewisse Bewegungsfreiheit. «Die formellen Gepflogenheiten sind etwas anders als in einem traditionellen Workshop, als Teilnehmer darf man auch mal aufstehen oder sich strecken», erzählt Cem. Der Remote-Kurs sei sehr effizient, aber auch intensiv und anstrengend gewesen, da man immer präsent sein müsse und das Programm ziemlich straff gewesen sei. Normalerweise hingegen gehe in Workshops viel mehr Zeit verloren, beispielsweise durch Nachfragen, Trödeln oder Zwischengespräche. «Die Orchestrierung der Gruppe war remote effizienter», so Cem. Vorab wurden von Zurkirchen Arbeitsmappen erstellt, in denen in Kleingruppen Projekte auf digitalen Dashboards ausgearbeitet und schliesslich präsentiert wurden.

Wichtig war dabei auch die Zeitkomponente: Ein Timer zeigte der Gruppe stets, wie viel Zeit noch blieb. Durch die Aufteilung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in separate digitale Räume war auch ein informeller Austausch möglich. Cem fühlte sich den anderen Teilnehmenden nach zwei Tagen ähnlich nah wie nach einem analogen Treffen. Distanzen versuchte der Moderator auch durch Auflockerungsübungen wie dem Erraten von Musikbeispielen, Montagsmaler oder gemeinsamen Turnübungen zu überbrücken.

Technologie lässt viel Kreativität zu

«Ich habe schon sehr viele Trainings absolviert, dies war definitiv eines der effizientesten und besten bisher», schwärmt Kulac. Auch die Rückmeldungen der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sehr positiv. Dreh- und Angelpunkt eines erfolgreichen Remote-Kurses ist der Moderator, der mit einer klaren Ausdrucksweise, einer guten Strukturierung und Vorbereitung des Tagesprogramms sowie Kreativität, die die heutige Technologie durchaus zulässt, zum Gelingen beiträgt. Digitale Programme bieten beinahe unbegrenzte Möglichkeiten, was eine intensive Auseinandersetzung des Moderators mit deren Funktionsweise erfordert.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brauchten etwas Zeit, um sich an die neue Technik zu gewöhnen: «Gewisse Teilnehmer hatten vorher noch nie gechattet. Eine freiwillige Schulung vor dem eigentlichen Beginn des Trainings könnte Unklarheiten beseitigen und verhindern, dass beispielsweise Navigationsprobleme im Kollektiv besprochen werden müssen», schlägt Kulac vor. Zudem rät er dazu, am Ende des Tages jeweils ein Zeitfenster freizuhalten, in dem die Erkenntnisse des Tages kurz zusammengefasst werden – denn im Gegensatz zu analogen Workshops, bei denen die Resultate meist sichtbar an den Wänden im Raum hängen, sind die erarbeiteten Resultate auf verschiedenen Boards im digitalen Raum weniger fassbar. Am Ende des Videogesprächs macht Kulac mit einem Augenzwinkern einen letzten Verbesserungsvorschlag. Dieser bezieht sich auf das Paket mit Grusskarte, Unterlagen und einer süssen Überraschung, das Peter Zurkirchen als Ersatz für den direkten physischen Kontakt versandt hat: «Das Paket sollte früh genug bei der Post aufgegeben werden, damit es rechtzeitig zum ersten Kurstag bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ankommt!»

Lisa Inauen, 31.3.2020

 

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